Rarotonga-Tahiti-Katiu-Tahanea-Katiu-Tahiti 27.06-01.07.2015

Warum sollte es such anders sein! Der Flug von Rarotonga nach Papeete: 6 Stunden delay. Ich hätte die Zeit am Nachmittag in Papeete unbedingt gebraucht, um heraus zufinden, wie ich nach Tahanea , das Line of Sght Ziellgebiet  komme. Im Internet gibt es keine Informationen darüber. In Papeete um 23.30 Uhr gelandet und: alle Informationsschalter und überhaupt alles zu am Flughafen. Eine Idee von mir war, in den Hafen zu gehen und  einen Segler zu finden, den ich überzeugen könnte, mich dort hin zu bringen. Mh… 450km hin und 450 km zurück. Im Yachthafen von Papeete liegen Boote, die das leicht schaffen würden. Allerdings sehen die meist amerikanischen und französischen Eigner so aus, als wenn sie nicht grade auf mich gewartet hätten. Die  kleineren Häfen der Insel auf zu suchen, wo die normalen Weltumsegler liegen, habe ich keine Zeit. Plan B: auf ein bewohntes Nachbaratoll zu Fliegen und dann von dort aus zu versuchen, nach Tahanea  zu kommen. Am nächsten Morgen um 5 Uhr wieder am Flughafen Papeete, Büro Air Tahiti Regional und ja! Es gibt einen Flug nach Katiu. Katiu ist 60 km Luftlinie von Tahanea entfernt. Die einzigen Tage des wöchentlichen Fluges für den Hin-und Rückflug passen auch. Hin am 27.06 zurück am 01.07.2015 Flugkosten: 400 Euro incl. Übergepäck. Also nach Katiu. Katiu hat keine touristische Infrastruktur. Es ist ein kleines Atoll, dass von ca. 100 Fischern und deren Familien  bewohnt wird und mit dem Flugzeug erreichbar ist. Das ist alles, was ich in der kurzen Zeit, hier in Papeete, herausbekommen habe. Wird spannend. Da es dort sicher keine Bankautomaten gibt, lieber Bargeld mitnehmen. Meine Kalkulation: ca. 300 Euro für denjenigen, der mich mit seinem Fischerboot nach Tahanea bringt, hin und zurück  ca. 160 km, entlang kleinerer Atolle. Falls ich bei einer einheimische Familie schlafen kann, nochmals 50 Euro für die 2 Nächte  und  noch Geld für Verpflegung.  500 Euro müssten eigentlich mehr als genug sein. Ja, und dann das Fiasko! Umgerechnet 300 Euro ( angezeigter Maximalbetrag des Bankautomaten) kamen aus der ATM Maschine. Beim 2. Versuch bei einem anderen Automaten: Bitte kontaktieren Sie Ihre Filiale. ????? Wie bitte? Mastercard Gold????? Ich bin danach direkt bei 3 verschieden Banken gewesen, bei denen die Mitarbeiter auch immer das selbe Resultat bekamen Ok,  Ausgangslage: Das Konto ist gedeckt, schon mal gut. Es ist Samstag, keine Chance jemanden bei der Commerzbank, geschweige meinen  Kundenberater zu kontaktieren. Die Mastercard scheint für Bargeldabhebungen gesperrt zu sein. Ich fliege auf ein Atoll, dass keine Internet- oder  keine Telefonverbindung hat mit umgerechnet 300 Eur für 4 Tage, das ganze, um nach Tahanea zu gelangen, um dort die Aufnahmen machen zu können, die ich für das Line of Sight Projekt brauche. Weswegen ich überhaupt hier in Französisch Polynesien bin. Ich könnte schreien!!!!!!Ich male mir jetzt mal lieber nicht aus, was passieren würde, wenn die Karte schrott ist, zumal ich gleich am 2. 07. weiter nach Neuseeland fliege. Einen  Notruf per Mail an meinen Kundenbetreuer (Geschäftsbereich) bei der Commerzbank abgesetzt. (Wir sind für Sie da!) Ist auch komisch, dass ich keine Empfangsbestätigung meiner Mail von seinem E-Mail Account bekomme. Ich habe vom 01. auf den 02. 07. eine Hotel- Reservierung mit Internetanschluss in Papeete. Ich hoffe, mein Kundenbetreuer Herr  P.  hat sich dann gemeldet und alles geregelt!!!!! Könnte trotzdem Schreien…….
stelzen

Tatiu
Ich habe grade meinen Tiefpunkt erreicht. Nachdem meine Mastercard Gold!!!!!, aus unerklärlichen Gründen gesperrt worden  ist, ich jetzt ohne Geld  auf dem Atoll Hatiu  sitze, ist diese ganze Reise für mich an einen Punkt angelangt, wo ich  sie eigentlich abbrechen möchte. Die letzten 5 Tage haben mich echt fertig gemacht. Erst dieses Rarotonga, das Mallorca der Neuseeländer, wo ich 3 Tage nichts machen konnte, ausser mit dem Scooter um die Insel zu fahren, danach auch noch auf sie geklettert bin, um abends im Hotel auf meinem Laptop Bilder aus Amerika zu entwickeln. Dann diese Verspätungen mit den Fliegern, wobei die ganze Reisechose so knapp getimet ist, dass ich diese verlorene Zeit dann durch Schlafentzug wieder aufholen muss und zur Belohnung sitze ich jetzt alleine, ohne das notwendige Geld zu haben, hier auf Hatiu. Bei der Ankunft  habe ich  Naomi kennengelernt, die Sekretärin des Dorfvorstehers, die ausserdem  als Zweitjob einen kleinen Supermarkt betreibt. Eine unscheinbare Frau, aber ein herzensguter Mensch, die allerdings kaum Englisch spricht ( sowenig wie ich Französisch) Sie hat mich erst einmal in das Dorfgemeinschaftshaus einquartiert, weil es hier keine touristische Infrastruktur gibt.

 

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Gästehaus der Gemeinde (von innen)

 

Alles wunderbar, nur der Generator, der das Dorf mit Strom versorgt, steht genau gegenüber und macht einen höllischen Lärm. Von der anderen Seite schallt von irgend einem bekifften Typen Musik rüber, die man nicht hören möchte und weil das scheinbar nicht reicht, kläffen alle Hunde des Dorfes schön abwechselnd, aber penetrant. Ach ja, Hähne gibt es hier auch, ich sehe sie zwar nicht, aber sie sind durch ihr Schreien extrem anwesend. Es ist jetzt 19 Uhr und dunkel. Es wird wohl wieder eine lange Nacht des nicht schlafens könnens. Und über alles scheint der Mond auf das türkies farbene Wasser. What a fuck! Mit dem rübersetzen nach Tahanea sieht es nicht gut aus. Die Fischer haben zwar Boote, die dafür geeignet wären, allerdings ist denen, die ich bis jetzt gesprochen habe, die Überfahrt zu lang. Doppel fuck!

Am nächsten Morgen, Naomies Bruder Paiha ist Fischer, er und seine Freundin und ein Nachbarsjunge wollen mich auf die andere Seite des Atollkanals übersetzen, 100 m. Wenn ich schon nicht nach Tahena komme, will ich mir  Tatiu wenigsten erwandern. Zu meiner Verwunderung fährt Paiha die langezogene, Palmenbewachsene Linie des  Atolls 17 km, bis an die  Spitze, hoch. Er besitzt dort einen Palmenhain und einmal im Monat erntet Behia Kokosnüsse.  Da ich ich nichts Besseres vor habe, helfe ich ihm.

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Paiha beim Kokosnuss schälen

 

Harte Arbeit! Paiha hatte schon zuvor hunderte Kokosnüsse mit der Axt gespalten, die in Haufen, unregelmässig im Hain verstreut liegen. Unsere Arbeit jetzt: das Kokosnussfleisch mit einem scharfen Metallstab aus der Schale zu lösen, sie dann in Säcken zu den Trocknungsflächen bringen und dann auslegen. Bei 35 Grad im Schatten eine schweisstreibene Arbeit. Das getrocknete Kokosnussfleich wird danach mit einem Boot nach Papeete transportiert. Kokosnussöl zu gewinnen ist noch echte Handarbeit, zumindest hier. Paiha`s Freundin, Lehrerin im Dorf, sitzt im Wasser und sucht Pahuas.

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die Suche nach der Pahua

 

Muscheln, die sich fest in Kalkinselchen eingelassen haben, deren Fleisch, wenn man es schaft sie zu lösen, mit Lemonensaft, noch schmackhafter ist.

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Pahua Muschel

 

So vergeht der Tag. Ich habe drei blutige Finger ( scharfer Metallstab) weiss jetzt, wie ich Pahuas ernte und mein Rücken schmerzt vom schleppen der Kokosnuss Säcke. Am  Abend sagt mir Paiha , dass er mich morgen nach Tahanea übersetzen werde, da er durch meine Hilfe beim Kokosnuss Schälen einen Tag früher fertig geworden ist und morgen sozusagen frei hat. YES! Ich kann im Hain schlafen und er holt mich dann morgen früh mit dem Boot ab. Da ich alles dabei habe, Zelt, Schlafsack, Wasser, Kaffee und Zigaretten, finde ich die Idee mit dem Schlafen im Palmenhain wunderbar. zumal es hier ruhig ist. Bis ich Abends feststelle, dass ich nicht alleine hier bin. Auf einmal  krabbelt es um mich schmatzend. Taschenkrebs Attacke.

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Krabben Alarm

 

Ausserdem schwirren Millionen Moskitos um mich herum. Ich baue mein Zelt ab und stelle es auf eine hochgebockte Fläche, wo eigentlich Kokosnüsse getrocknet werden. Geht doch. Ich habe eine sehr ruhige Nacht und schlafe das erste Mal seit einer Woche durch..

 

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Rückzug

 

Am nächsten Morgen kommt Behia und setzt mich nach Tahanea über. 2 1/2  stündige Fahrt, die erfrischend ist. Mit einem gefangenen kleinen Tuna setzt er mich auf Tahanea ab. Wir verabreden, dass er mich am nächsten Morgen wieder abholt. Also doch noch Tahanea!

 

Behia

auf nach Tahanea

 

Tahanea ist ein Atoll, das nichts hat, ausser, dass dort die Bergman Bordeinghouse „Line of Sight“ durchläuft. Ich glaube irgendwo gelesen zu haben, dass auch Angler ab und zu hier kommen.Am Eingangskanal auf beiden Seiten Palmen, ansonsten besteht es aus  alten Korallenbänken, die einen geschlossenen  Ring bilden mit einem offenen Kanal, der schiffbar ist. Ich beschliesse, einmal um das ganze Atoll zu wandern. Robinson Kruse für einen Tag. Wenn es mir zu heiss wird, ab ins Wasser und und Pahuas essen. Paiha hatte mir noch Limonen mitgebracht. Wenn ich mir vorstelle, das die Muscheln in New York 20 Dollar das Stück kosten…… was für ein Privileg! Das einzige, was

mich extrem nervt, dass ich die ganze Zeit an Herrn P., Kundenbetreuer der Commerzbank denken muss und ich nicht weiss, was los ist, wenn ich ohne Geld nach Neuseeland fliege. Fange dann mal lieber an zu Fotografieren. Das mit der Sperrung der Mastercard geht gar nicht!!!!! und das ich hier auf Tahena an die Commerzbank denken muss! manno…….
1 Tag ist ziemlich kurz, um Tahanea fotografisch zu erkunden, besonders, da die Motive nicht so herumliegen. Und kurz einmal herumwandern ist grenzwertig……. Die Sonne brennt mir das letzte Wasser aus dem Körper. Nirgends wo Schatten. Und klar, sind meine Freunde, die Taschenkrebse und Moskitos auch zahlreich hier vertreten. Einsame Inseln sind zum Träumen, aber eigentlich nur dafür, zum Träumen. zelt-2

auf der Insel
Wie versprochen ist Paiha am nächsten Morgen wieder da und hat mich, Meerwasser gewaschen, mit dem Boot direkt zum Flughafen gefahren. Auf einem Atoll ist alles möglich :-)
Bin gespannt, was mich finanziell in Papeete erwarte……

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Rarotonga, 3 Tage on hold

Rarotonga, ein Name der sofort ein Gefühl von Ferne impliziert, von etwas unbekannten schönem, von einer anderen Welt. Der Überlieferung nach leitet  sich der Name von dem berühmten haitianischen Navigator Iro ab, der von Tangiia (ein genauso verehrter Entdecker der Polynesier) gefragt wurde, wohin er segele und Iro daraufhin antwortete: ich fahre runter (raro) in den Süden (tonga). Rarotonga, weiße Strände, aquamarinblaues Wasser, das sich an den Korallenriffen draußen im Meer bricht und sanft in die Lagunen spült.

 

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Wenn man den Blick vom Meer wendet, sieht man den dichten Tropenwald, der ganz oben, in der Inselmitte Te Rua Manga, einen kopfförmigen Felsen freigibt.

 

wald

 

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So sieht es im Prospekt aus. Das schöne Gefühl hört allerdings schlagartig auf, wenn man hier dann eine Packung Zigaretten kauft: 28 NZD= 15 € ! (ja ja, ich weiß, hör doch einfach auf) oder wenn man für WiFi 20 NZD/ 200 MB bezahlt, die sofort weg sind, wenn man ein paar mal die Online-Zeitungen durchblättert oder über WhatsApp telefonert. Sich einen Scooter hingegen zu mieten, ist fast ein Schäpchen: 50 NZD für 3 Tage. Damit bin ich dann um die Insel gekurft, einmal rum, 32 Km und habe sie mir ein bisschen näher angeschaut. Ich wurde dann das Gefühl nicht mehr los: was dem Deutschen „Malle“, ist dem Neuseeländer Rarotonga.

 

takeaway

Es wir viel getrunken und was wirklich schade ist, an der Ringstrasse, die um die Insel verläuft, steht ein Haus oder Hotel nach dem anderen. Oft konnte ich deswegen den Strand nicht erreichen und wenn, war er sehr schmal. Um wirklich schwimmen zu wollen, muss man das vorgelagerte Korallenriff überwinden, wo einem dann die harten Wellen des Pazifiks erwarten. Ansonsten ist die Wassertiefe in den Korallenlagunen maximal hüfthoch. Vielleicht sitzen deswegen soviel Touris und Einheimische in den Kneipen, die es reichlich hier gibt, als Strandbar gekennzeichnet, incl. Happy Hour von 16 Uhr-18 Uhr. Was mich anbetrifft, ich war mental eigentlich noch in den USA, als ich das erste Mal am Strand saß und versuchte, dass alles hier zu begreifen. Vielleicht ist dieses Reisen mit dem Flieger rund um die Welt in 3 Monaten, denn doch zu schnell, so dass der Kopf immer ein bisschen hinterherfliegt.

 

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Endlich weiter nach Papeete, Tahiti…………….

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„Line of Sight“ USA

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„Es war ein heftiges Wetter. Da wir beide einen anstrengenden Tag hatten, war ich und meine Frau früh schlafen gegangen. So um Mitternacht bekam ich den Notruf. Notruf hieß für mich, so schnell wie möglich zum Hanger zu gelangen, mit meiner Crew den Rettungshelikopter herausschieben, kurze Einsatzbesprechung und los. Ein Mann war mit seinem Wagen an der Küste durch die Leitplanken gefahren und auf einem Felsvorsprung schwer verletzt gelandet. Polizei und Rettungssanitäter waren vor Ort, konnten den Mann aus den steilen Klippen aber nicht bergen.

In dieser Zeit war ich schon 30 Jahre Helikopterpilot. Ausgebildet zum Piloten wurde ich mit 18 Jahren bei der Army, mit 20 flog ich Einsätze in Vietnam. Soldaten in die Kampfzonen hinein und wieder heraus. Wenn man das überlebt hatte, konnte man fliegen, allerdings anders, als wenn man eine normale, kommerzielle Ausbildung als Helikopterpilot gemacht hatte. Damals hieß überleben, Fliegen im Extrembereich, dem Extrembereich der Maschine und auch der menschlichen Physis/Phsyche. Nach Vietnam spezialisierte ich mich auf high altitude Fliegen, z.B. Strommasten in den Anden abzusetzten, auf einer Höhe von 18.000 feet und mehr, punktgenau. Das wurde mit dem Longline-Verfahren gemacht. Langes Seil, 50 m und mehr unter dem Heli, an dem der Strommast hing, der dann genau über der vorbestimmten Stelle aus geklinkt wurde. Daraus entwickelte ich ein Verfahren, dass es ermöglichte, Menschen mit der Longline, aus sonst nicht möglichen Situationen, zu retten. Dies setzt eine hohe  Beherrschung des Helikopters voraus. Und deswegen flog ich nachher County Rettungseinsätze.

In jener Nacht wurde das Wetter immer schlechter, es Regnete, es war stockdunkel und die Sturmböen ließen die Maschine immer wieder in die ein oder andere Richtung gieren. Ich konnte mich nur an den weit entfernten Beleuchtungen von den Orten an der Küste orientieren, visuelle Referenz zum Boden hatte ich nicht mehr, da die Nacht mondlos und unter mir nur schwarzes Wasser war. Ich hatte Mühe, den Heli zu halten. Nach einer ¾ Stunde konnten ich die Ambulanzlichter der Rettungswagen und die Blaulichter der Polizei ausmachen. Als ich die Unfallstelle umflog, war die Maschine kaum zu stabilisieren. Mir war klar, ich musste mich entscheiden, abzubrechen oder die Rettung zu versuchen. Ich entschied mich, es zu versuchen. Unserer Rescuer hing danach an dem 40 m langen Seil, während ich versuchte, ihn und den Helikopter über dem Verletzten zu zentrieren. Ich hatte fliegerisch alles unter Kontrolle, ein technischer Fehler würde jedoch in solch einer Situation fatal sein, wir wären verloren. Wir waren in einem Extrembereich gekommen, der meiner Crew und mir sehr bewusst war. Um es kurz zu machen, wir evakuierten den Mann aus dem zertrümmerten Wagen, schoben ihn dann in den Helikopter, nachdem wir ihn mit der Longline zuerst bei den Sanitätern abgesetzt hatten und flogen ihn ins nächste Krankenhaus. Es hätte auch anders ausgehen können.

Ich glaube, ich war morgens um 4 Uhr wieder Zuhause. Ich erzähle dir das ganze nicht, um dir zu zeigen, was für ein toller Pilot, was für ein toller Typ ich bin. Ich muss niemanden mehr etwas beweisen.

Die Pointe kommt erst noch. In jener Nacht legte ich mich wieder zu meiner Frau ins Bett. Sie wachte auf und beschimpfte mich, warum ich sie aufgeweckt hätte. Ich wüsste doch, dass sie gestern einen anstrengenden Tag gehabt hatte.“

Tom kratzte sich am Kopf, lächelte und trank seinen Kaffee. Wir hatten uns im Zelt- Camp vom Whitney Portal kenngelernt. Er ist jetzt 62 Jahre alt, hat sich dieses Jahr Pensionieren lassen, obwohl ihm reichlich lukrative Jobs als Pilot angeboten wurden. “Ich kann fliegerisch nicht mehr besser werden. Man soll doch aufhören, wenn man am Besten ist!“ Er hat angefangen zu schreiben. Was ihn interessiert, was er durch das Schreiben herausfinden möchte: Wie kommen Entscheidungen zustande, wie kamen seine Entscheidungen zustande, die ihn so werden ließen, wie er jetzt geworden ist.

Während der Reise durch die USA, ist mir seine Geschichte nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Vielleicht erzähle ich sie deswegen in meinem „Line of Sight“ Blog.

 

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me on track again

Plattfuss in der Wüste, ALAMO Autovermietung hat mir keinen neuen Reifen gebracht, sondern einen neuen Wagen aus Las Vegas, 500 km entfernt !!!!!!!! DAS NENN ICH SERVICE!!!!!!!! me on track again

 

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Sonntag, 14.06.2015 USA

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Gestrandet in Tonopah. Schleichender Plattfuss, vorne links. Sonntag in der Open Range Zone, in der es viele Rinder gibt, aber keine einzige Werkstatt die Reifen austauscht, jedenfalls nicht am Sonntag. Anruf bei der Alamo Autovermietung und sie bringen mir einen neuen Wagen, aus Las Vegas, 500 km entfernt. Das nenne ich Service!

Kleiner Zwischenstand: in den 7 Tagen, seit ich in den USA bin, 5.865 Km für das Projekt gefahren. Sehe schon die „Line of Sight“ Linie als virtuelle Projektion vor mir…….. Die Herausforderung: die Linie quert oft Landschaften, die haarscharf neben denen liegen, die fotografisch spannend sind und ich muss sehen, dass ich trotzdem, genau auf der Line ein gutes Bild hin bekomme. Zweite Herausforderung: Da das Licht hier tagsüber so hart ist, kann ich eigentlich nur abends oder morgens fotografieren. Und das heißt, ich muss nachts draußen schlafen. Amerika ist ein sehr großes Land, allerdings gehören weite Flächen dieses Landes hier Farmer, die ziemlich genau darauf achten, dass man ihr Land nicht betritt. NO TRESPASSING! NO DRIVE TROUGH! Überhaupt, wenn es um das Land geht: NO! Und wenn das Land nicht einem Farmer gehört, dann ist es ein National Park, mit, wenn überhaupt, einem Campground, der allerdings dann überbevölkert ist, von Menschen, die die Natur erleben wollen. Alles nicht so einfach als Landschaftsfotograf hier.

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Über die Hängung der Bilder

Noch etwas zu dem Layout der  Bilder des „Line of Sight“ Projektes:

Die Zielpositions-Landschaftsbilder für dieses Projekt sind von vornherein so fotografiert, um nachher  Ausschnitte daraus zu verwenden. Die Idee des „Line of Sight“ Projektes beruht für das Bergmann Bordinghouse auch darauf, nur einen kleinen Ausschnitt der Landschaft zu zeigen, die in der Verlängerung der 90 Grad Azymuth-Wandachse des Raumes, in der angegebenen Entfernung, sichtbar sind.

 

 

230.24979 Grad  13.588,50 Km

 

original Foto

 

 

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Layout Hängung im Bergmann Bordinghouse  Raum

 

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Argentinien- USA

 

05.-09.06.2015 Argentienen-USA

Aus der Wildnis in die Wildnis. Alle Flüge wegen Nebel umgeleitet auf Jorge Newbery, Buenos Aires Local, hatte aber Ticket nach Ezeiza International Airport (40Km entfernt von Buenos Aires) Der Engel von Aerolinas Argentinas PAULA hat mir ein Taxi besorgt zu meinem Hotel in Ezeisa! Danke!!!! und sorry, ist ein wiklich schlechter Schnapschuss von dir, du siehst in Natura wirklich toll aus und vor allen Dingen, du bist sehr für deine gestrandeten Kunden deiner Airline da!

 

Flughafen-ich

 

sie

Paula

 

 

sudden landing
Wenn du einmal in Buenos Aires warst, kommst du noch einmal zurück, sagte mir der Taxifahrer. Wie wahr! Nach 4 Stunden Verspätung startete endlich die United Airline Maschine um 1 Uhr Nachts Richtung Huston, nur um nach einer Stunde Flug einen Notfall zu erklären. So mit richtig viel Alarm, Feuerwehr, Rettungwagen landeten wir dann wieder auf Ezeiza. Heute morgen um 5 Uhr bin ich in einem Hotel Downtown Buenos Aires und überlege, wie es weitergeht.

 

Taube

 

buenos

 

 

Tostitos und Doritos
Ein Weltreisetag kann manchmal lang sein. Unitet Airleines hat es denn doch noch geschaft, mit bisschen Verspätung um 22.30 Uhr in Buenos Aires abzuheben und am nächsten Morgen so gegen 6.30 Uhr in Huston an zu kommen. Plus 2 Stunden Zeitverschiebung. 10 Stunden Flug. Imigration lief ok, obwohl man sich ja, beim Interview des Imigration Officers, immer im rechtlichen Nirgendwo befindet. Kann gut gehen oder auch nicht. Wir, der Officer und ich waren wohl beide bisschen müde, deswegen ging es schnell und ich durfte Einreisen. Weiterflug um 10.30 nach LA mit vielen Sicherheitschcks, Wobei ich wirklich erstaunt war, das mein Gepäck dort auch angekommen ist. In Huston wird das Gepäck geröntgt und verschwindet im Apparat. Ich musste durch die Terminals meinen Weg suchen. Um 12.40 in LA gelandet. 3 Stunden Flug, plus 2 Stunden Zeitverschiebung. Gegenüber El Calafate bin ich 4 Stunden hinterher, gegenüber Hamburg 9 Stunden. Ok, ist so. Wagen abgeholt, ist ne extra Geschichte und los. Von der Planung Line of Sight USA bin ich ich jetzt, wegen Unitet Airlines, einenTag zurück, der mir sicherlich fehlen wird. Deswegen bin ich gleich von LA Richtung Yellowstone Park gefahren. Hinter Las Vegas war ich aber zu müde um noch weiter zu fahren und sitze jetzt im Valley Inn Motel, Mesquite, 680 Km hinter LA, bei 38 Grad abends in der Wüste. Trinke ein Bier und esse Chips mit Salsa. Morgen noch 1060 km hoch zum Yellowstone Park und dann in 10 Tagen, entlang der Line of Sight Linie  zurück nach LA. Gute Nacht.

 

Motel

 

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Ich mag Motels, alte Motels. Sie fühlen sich so amerikanisch an, eben wie Europäer sich Amerika vorstellen, wenn sie zuviele alte amerikanische SW Krimmis gesehen haben. Auch wenn ich im Badezimmer später noch eine Kakerlake erlegenen musste, tat das keinen Abbruch meiner Gefühle für Motels. Überhaupt Gefühl: nach dem ich heute um 6 Uhr Richtung Yellowstone auf der Interstate 15 weiterfuhr, veränderte sich die Landschaft hinter Green Springs von der Wüste in grüne Täler. Utah. Und je mehr ich mir die Landschaft anschaute und roch ( jetzt weiss ich endlich, worauf sich der Duft der chemischen Geruchsspender, in Form von kleinen grünen Bäumchen, früher im Auto meiner Eltern unter dem Rückspiegel, bezog) des so mehr sah ich Büffelherden, Indianer und Siedler in diesen grossen Landschaften, in die ich immer weiter hinein fuhr. Schon komisch, wie Kino Sichtweisen prägen. Und nicht nur die Landschaften sind gross und weit, die Menschen, die ich an den Tankstellen traf, sind auch meistens Überformatig. Diese Beobachtung brachte mich dazu, Bananen, Fruchtsäfte, Weintrauben und Trackingfood ( diesmal keine Tortelinies!) zu kaufen und sämtlichen Steaks, Frites, Burger, Donats, , Mayonese und Coca-Cola s aus dem Weg zu gehen. Bin jetzt, nach 1557 km, in Yellowstone angekommen, sitze vor meinem Motel, trinke ein Corona und werde morgen wieder in Richtung LA fahren, immer der Begmann Bordinghouse „Line of Sight“ Linie entlang. Wetter soll gut werden!

 

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29.05.- 03.06.2015 Patagonien

 

El Charlten ist klein, und die Plätze, in denen man eine Internetverbindung bekommen kann, eine sehr sehr langsame Internetverbindung, sind begrenzt, besonderes hier im Winter. An einem dieser Plätze lernte ich Andrew kennen. Einen asketischen, fünfundvierzigjährigen Mann aus Liverpool, der sich hier für den Winter eine Hütte gemietet hat, um seiner Arbeit nachgehen zu können: die Arbeit des Landschaftsfotografen. Wenn ich ein Buch über diese Reise schreiben würde, er würde ein eigenes Kapitel bekommen. Wir hatten lange Gespräche über unsere unterschiedlichen Auffassungen von Fotografie. Das, was mir in Erinnerung bleiben wird, ist seine obsessive Haltung, wie er das perfekte Bild sucht und dieser Suche sein ganzes Leben unterordnet. Ob er Morgens um 4 Uhr aufsteht,  um mal eben, bei minus 5  Grad in Dunkelheit den 1200 m hohen Berg zu erklimmen, dort, nach unzählig vergeblichen  Malen endlich das Licht zu finden, das ihm  für seine Bildkomposition  am Besten erscheint, um dann, kurz nach dem Hell werden, wieder in El Charlten eintrifft und sich in der Bäckerei einen Kaffee holt.

Ich fragte ihn, was ihn antreibt. Die Erfüllung seines Lebens liegt für ihn darin, eine Ausstellung  mit 6 perfekten Landschaftsfotografien machen zu können, perfekte Fotografien, die  über ihn  und sein Leben hinaus verweisen. Die in der Zeit Bestand haben werden. Aus den  unzähligen Fotos, die er bis jetzt gemacht hat, aus allen Kontinenten der Welt, die er für seine Fotografien bereiste, ist ihm bis jetzt, seiner Meinung nach, schon eines von diesen 6 perfekten Fotos gelungen.

 

Andrew

Andrew Waddington

 

Und noch einen Enthusiasten habe ich hier, am Ende der Welt getroffen. Elias, einen Libanesen, der in London aufwuchs, als Banker arbeitete, sein Haus verkaufte um mit dem Geld, seiner Meinung nach, etwas sinnvolles aus seinem Leben zu machen. Er fährt mit seinem Motorrad seit 2 Jahren in 3 Etappen um die Welt. Am Ende seiner Reise wird ein Buch entstehen, dass die Schönheit unserer Welt  zeigen soll. Der Erlös, aus dem Verkauf des Buches, spendet er krebskranken Kindern. Ihm habe ich es zu verdanken, an den 2. erreichbaren Zielpunkt des „Line of Sight“ Projektes, hier in Patagonien, gelangt zu sein. Der liegt 25 km nördlich von   El Charlten und ohne Fahrzeug kaum erreichbar. Wir sahen uns die Location  von seinem Motorrad aus an und er brachte mich, da das Wetter hier unberechenbar ist, mit meiner Ausrüstung, am nächsten Tag dort hin zurück. Ich habe 4 Tage

dort verbracht, um die Landschaften zu zeigen,  die die geodätische Linie des Bergmann Bordinghouse  durchlaufen. Von einem Landschaftsfoto, das ich dort machte, weiß ich, dass es Andrew sehr gefällt.

Elias

Elias and his BMW 1200

 

bmw

 

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29.05.2015, 5 Uhr morgens, Patgonien

Der Sturm hat mich aufgeschreckt und ich bemerke Schnee in der Apsis meines Zelts. Drastischer Wetterumschwung. Das Barometer zeigt 924 mb vorher 1007mb, als wenn ich hier oben alle Widrigkeiten, die das Wetter in Patagonien zu bieten hat, einmal erleben soll. Draussen dröhnt der Wind durch die blätterlosen Bäume und peitscht den Schnee in alle Richtungen. Warum denke ich gerade an Tahiti???? Hoffe, ich verliere nachher die Trackspur nicht. Als Backup habe ich den Hinweg in meinem GPS aufgezeichnet, so dass ich zur Not die grobe Richtung kenne. Was habe ich heute vor? Ohne mir im Schnee die Knochen zu brechen, zurück nach El Chalten zu kommen. Es sind noch, nach der Aufzeichnung im GPS, 18 Km. Könnte ‘a piece of cake’ werden oder die Hölle … Ich mache mir erst einmal einen Kaffee und rauche meine allerletzte Zigarette!

 

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Es war die Hölle. Die kalte Hölle. Auf dem Rückweg musste ich wieder über das grosse Plateau, das im Abstieg  in den magischen  Wald überging. Der Schneesturm war hart, weil er mich hier oben ungeschützt traf. Das GPS, mit dem aufgezeichneten Track vor Augen, versuchte ich meinen Aufstiegsweg wieder zu finden und ihn in umgekehrter Richtung zu verfolgen. Die Schneeverwehungen ließen mich bis zur Hüfte versinken und ich fühlte den Schlamm des Hochmoors, der sich unter dem Schnee verbarg, in meine Schuhe eindringen. Um mich herum konnte ich nichts mehr wahrnehmen, der Schnee in der Luft war für meine Augen undurchdringbar geworden.

 

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Nach ca. 3 Std steilem Abstieg, immer mit den Wanderstöcken  Balance  und Halt suchend, erreichte ich die Weggablung an der sich der Track teilte, einmal hinauf zum …… und hinab nach El Charlten.

Als ich meine geborgte Ausrüstung in dem Trackinggeschäft zurückgab, fragte ich den Verkäufer, was mit denjenigen passieren würde, die sich auf einem Trail da draußen unter diesen Umständen ein Bein brächen oder sich verirren würden, ob die Ranger, bei denen man sich ja bei einigen gefährlichen Routen an- und abmelden muss, nach ihnen suchen würden. Er hob die Schultern, und meinte nur: Wenn du kein Funkgerät mit hast ………

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