Neuseeland / Kamera GAU

Ich war während eines Jobs als Werbefotograf, ich glaube so um das Jahr 2000 schon mal hier. Mit „schon mal hier „ meine ich die Nordinsel Neuseelands und war deswegen gespannt, wie so die Südinsel aussieht. Außerdem war ich froh, raus aus dem heiß-feuchten Klima Fr. Polynesiens zu kommen, mit all den dort lebenden Mesquites, Krabben und Haien. Ach ja, dass hatte glaube ich, noch nicht im Blog geschrieben. Als ich auf Tahanea war, das Atoll umrundete, musste ich durch Korallenkanäle waten, da das Atoll teilweise bei Flut unter Wasser ist. Ich sah nur etwas Graues auf mich zu schießen und geistesgegenwärtig setzte ich beide Wanderstöcke seitlich vor mein rechtes Bein, dass dem grauen Etwas zugewandt war. Gleichzeitig versuchte ich mich durch einen Sprung auf ein trockenes Stück Koralle in Sicherheit zu bringen. Mit dem 30 Kg Rucksack auf dem Rücken, gar nicht so einfach. Ich landete seitlich auf den Korallen und rollte auf den Rücken auf den Rucksack, in dem auch meine Kameras waren. Ich schaute zurück und sah einen etwa 1 m langen Schwarzspitzen-Riffhai, der schon wieder abgedreht hatte und im Blau verschwand. Außer Schrammen am Oberkörper und an den Beinen durch die Korallen, die allerdings bis heute noch weh tun, Glück gehabt, meinte ich. Als ich meine ALPA auspackte, um eine Abendstimmung zu fotografieren, hatte ich 2 Teile in der Hand. Das Phase One Digitalback war durch den Sprung auf die Korallen von dem Gehäuse abgerissen. Der GAU!!!! Meine Hauptkamera schrott! Dies passierte am letzten Abend auf Tahanea. Ich hatte wenig Zeit, mir die Kamera genau an zu schauen, da ich am selben Abend weiter nach Neuseeland musste.

 

DSC01177Kamera

 

Ok, jetzt war ich in Neuseeland, mit einer kaputten ALPA/Phase One Kamera und einer Sony 7r Ersatzkamera, die allerdings in Patagonien, durch die dortige Feuchtigkeit, schon leicht lädiert war. Der Sensor der 7r hatte im unteren Bereich Schlieren, die nicht zu entfernen waren. Zwischenstand: In Neuseeland angekommen, allerdings mit 2 kaputten Kameras. Da ich bei Ankunft in Neuseeland abends direkt von Auckland nach Nelson weiterflog, hatte ich wenig Aussichten, die Kameras in Auckland reparieren zu lassen. Das Gehäuse der Alpa hatte nichts abbekommen, allerdings war das Phase One Rückteil von dem Flunsch abgreissen, dass das Rückteil mit dem ALPA Gehäuse verband. Es ist normalerweise oben durch ein Schnappmechanismuss und unten durch eine U-Schiene verbunden. Oben war jetzt die Verschlussöffnung verbogen, unten die Halterung der U-Schiene herausgerissen, die durch 2 kleine Schrauben fixiert war. Eine dieser sehr kleinen Schrauben fehlte. Das Gute: Da die ALPA keine elektronischen Verbindungen, ausser ein externes Kabel zum Auslösen des Digitalbacks hat, waren die Schäden „nur“ mechanisch. Allerdings waren die mechanischen Teile, die jetzt verbogen waren auf 1 µ von den ALPA Ingenieuren ausgemessen und nivelliert worden. Und ich hatte nur, als Feinwerkzeug, mein Leatherman mit. Nachdem ich alle Teile mehr oder weniger wieder Ausgerichtet hatte fehlte diese kleine Schraube. Ich brauchte 3 Tage, bis mir ein Computergeschäft in Blenheim sie mir aus Auckland einfliegen lies. Allerdings war der Kopf der Schraube zu hoch, so dass ich das Digipack nicht plan an das Gehäuse anbringen konnte. Nach langer Suche fand ich in Richmund ein Hobby- Bastelgeschäft , die mir den Schraubenkopf abfeilten. Während der ganzen Bastelei waren von den hilfsbereiten Menschen einige Fingerprints auf den Sensor gekommen. Es gibt ein Fotogeschäft in Nelson, die Mittel zur Sensorreinigung haben. Allerdings das verkehrte, wie ich fesstellte.

Nachdem ich versuchte, den Sensor mit deren Reinigungsflüssigkeit zu Reinigen, bildeten sich Schlieren, die so heftig waren, dass ich befürchtete den Sensor zerstört zu haben. PANIK!!!!!!! Ich suchte nachts, im Internet nach Lösungen. Irgendwo fand ich eine Reinigungsmethode mit Isopropanol und destillierten Wasser und da ich nichts mehr zu Verlieren hatte, besorgte ich mir die Sachen am nächsten Tag  in der Apotheke und probierte sie aus. Als Test, erst auf dem Glas meines I-Pads. Gegen Fingerprints puren Alkohol (Isopropanol), gegen kleine, durch Verunreinigung des Alkohol entstehende Verdunstungsflecke, destilliertes Wasser in homöopathischer Dosis. Falls das jetzt auf dem Sensor „schief“ ging, konnte ich meine Sachen packen und die Reise abbrechen. But………it works!!!!!! Und ich konnte so auch den Sensor meiner Sony 7r einigermaßen wieder sauber bekommen. Das Einzige, das ich jetzt noch Beheben musste, war das Überfokussieren der ALPA mit dem Phase One Rückteil durch meine grobe Anpassung des Rückteils an das Gehäuse. Ich machte eine Testreihe von Bildern, wobei ich den Fokuspunkt, der praktischerweise ablesbar an den Entfernungsstrichen an dem Objektiv ist, nach vorne verstellte. Ich fand heraus, dass nun „Unendlich“ auf der 6m Marke am Objektiv liegt. Da ich für meine Landschaftsfotografie eigentlich immer auf Unendlich scharf stelle, alles wieder gut! Hätte allerdings nicht gewusst, was ich bei einer Unterfokussierung gemacht hätte, da ich ja nicht über den Unendlich-Punkt verstellen kann. Letztendlich doch Glück gehabt!

 

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4 Responses to Neuseeland / Kamera GAU

  1. Danke Ihr beiden 🙂

  2. Bin grade in Japan angekommen, Okinava und das P45 hat den Geist aufgegeben. Wohl zu feucht hier. Nun reicht es ………….

  3. Barbara Meyer,  

    Deine Reiseberichte und die Bilder sind so faszinierend. Gut, dass es weitergeht.
    Weiterhin viel Glück für dich. Grüße von Klaus und Barbara

  4. Michael Hospelt,  

    nun ja , hab meine Linhof mit dem Phase One ruecktail verkauft. Bin wieder nach der Sony A7r zurück zur Canon 5d sr…..nun reicht es endlich….

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